Gleichberechtigung hört nicht bei Pflichten auf. Doch wenn in Deutschland über das neue Wehrdienstpaket gesprochen wird, wird die Realität mal wieder von alten Rollenbildern eingeholt. Der Staat kann Männer in den Dienst zwingen – und begründet das mit dem Gemeinwohl. Frauen hingegen dürfen entscheiden. Das ist nicht Gleichberechtigung, sondern ein historischer Sonderstatus, der unlogisch wirkt.
Der Vorwurf, Frauen auszunehmen, sei progressiv oder feministisch, ist eine Schonhaltung. Feminismus ist kein Wellnessprogramm, sondern bedeutet Verantwortung und den gleichen Anteil an gesellschaftlichen Lasten. Warum die Lösung nicht Wehrpflicht light, sondern ein verpflichtendes Jahr für alle (m/w) sein muss, das die Bundeswehr und die Gesellschaft stärkt.
Ich bin der Besucher. Der, der immer anruft und fragt, ob man Zeit hat. Und der, der sich dann den immergleichen Smalltalk anhören muss. Warum heißt es eigentlich immer: „Wann kommst du mal wieder?“ und nie: „Wann können wir denn mal zu dir kommen?“
Was die Frage nach dem Kinderwunsch angeht: Nein, ich möchte keine Kinder. Diese Antwort führt regelmäßig zu einer Mischung aus Unverständnis und der anmaßenden Frage: „Ja, aber wie stellst du dir denn dann dein Leben vor!?“ Schließlich impliziert die Gesellschaft, das Leben sei nicht vollständig, wenn man nicht den Quell ewiger Freude anstrebt. Ich bin mir aber sicher: Die tollste Kirsche der Welt macht aus einem Becher Scheiße noch lange kein Himbeereis. Meine Wahl fällt auf: Freiheit, Sizilien und einen Hund.
Die Pandemie hat mich gezwungen, innezuhalten und zu hinterfragen: Will ich das? Die Arbeit, die Nähe zum Meer, das soziale Umfeld – am Ende schrie alles in mir: Nein. Die Vorstellung vom Leben in Schleswig-Holstein war wie eine romantische Idee, die an der Realität verblasste. Die Kunst ist, den Absprung zu schaffen, bevor man alles auf Biegen und Brechen festhält.
Um kurz nach 12 Uhr mittags traf ich die Entscheidung: Versetzung nach Sizilien. Denn unsere Lebenszeit ist geschenkt und sollte mit Qualität, nicht mit Quantität angefüllt sein. Ich habe keine Ahnung, ob es die richtige Entscheidung ist, aber wenn ich es nicht versuche, finde ich es nicht heraus. Der Streuner geht auf eine Insel – auf der Suche nach Heimat.

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